Behinderung und Sexualität

Basiswissen für Eltern und Fachkräfte

Behinderung und Sexualität

Sexualität ist ein grundlegender Bestandteil menschlicher Identität und Persönlichkeitsentwicklung – unabhängig von kognitiven, körperlichen oder neurodivergenten Voraussetzungen. Kinder und Jugendliche mit Behinderungen haben das Recht auf altersgemäße Sexualaufklärung, auf Schutz vor Gewalt sowie auf die Begleitung bei der Entwicklung eines positiven Körper- und Selbstbildes.

Der Workshop Behinderung & Sexualität vermittelt fundiertes Wissen und praxisnahe Handlungsmöglichkeiten, um Sexualität weder zu tabuisieren noch zu problematisieren, sondern verantwortungsvoll, wertschätzend und entwicklungsfördernd zu begleiten. Im Mittelpunkt steht eine sexualpädagogische Haltung, die Selbstbestimmung, Würde und Sicherheit stärkt.

Inhalte des Workshops

1. Grundlagen sexueller Entwicklung

  • Phasen sexueller Entwicklung im Kindes- und Jugendalter

  • Besonderheiten bei Jugendlichen mit kognitiven oder mehrfachen Behinderungen

  • Sexualität und Neurodivergenz (z. B. Autismus, ADHS)

2. Sexualaufklärung inklusiv gestalten

  • Altersgerechte und barrierefreie Vermittlung

  • Kommunikation über Körper, Gefühle, Grenzen und Wünsche

  • Verständnis fördern, ohne zu überfordern

3. Gewaltprävention und Schutz vor Missbrauch

  • Risikominimierung und klare Regeln im Alltag

  • Stärkung von Selbstwirksamkeit und Körperbewusstsein

  • Praktische Präventionstools für Familien und Einrichtungen

4. Umgang mit Scham, Intimität und Privatsphäre

  • Bedeutung von Rückzug, Intimsphäre und Schutzräumen

  • Pädagogische Methoden, Materialien und Unterstützungsstrategien

  • Konkrete Erklärhilfen (z. B. visuelle Hilfen, klare Regeln, Übungssettings)

5. Austausch & Praxis

    • Fallbeispiele aus der Praxis (u. a. CARE CLUB und vergleichbare Settings)

    • Reflexion eigener Haltungen

    • Raum für Fragen, Austausch und Peer-Learning

Ziele

Die Teilnehmenden

    • erwerben Basiswissen zur sexuellen Entwicklung bei Jugendlichen mit Behinderung oder Neurodivergenz

    • wissen, wie sexualfreundliche und sichere Rahmenbedingungen geschaffen werden

    • können klare, respektvolle Regeln zu Privatsphäre und Sexualität vermitteln

    • kennen zentrale Instrumente der Gewaltprävention

    • fühlen sich sicherer im pädagogischen und familiären Alltag

Die Referentin
Ursula Wilms-Hoffmann

Ursula Wilms-Hoffmann

Ursula ist eine renommierte Sexualpädagogin, klinische Sexologin und psychosoziale Beraterin mit Sitz in Wien und Tulln. Sie bringt über zwei Jahrzehnte Berufserfahrung mit und vereint in ihrer Arbeit fachliche Expertise, Lebenserfahrung und einen ganzheitlichen Ansatz. Ihr Weg begann mit dem Studium der Sozialarbeit, gefolgt von umfassenden Weiterbildungen in Supervision, klinischer Sexologie und Yogalehre. Diese vielfältigen Qualifikationen fließen in ihre Begleitung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen ein.

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