Nach Monaten (Jahren!) des Träumens, Planens und Schwitzens gibt es ihn endlich: den CARE CLUB Wien! Was anfänglich ein kleiner Gedanke war, entwickelte sich mit der Zeit zu einer deutlichen Vision und wurde schließlich eine Therapie- und Beratungsstelle für neurotypische und neurodiverse Kinder und Erwachsene, sowie Menschen mit Behinderung. Wie? Das erfährst du in unserem allerersten Blogbeitrag!
Blogbeitrag N°1
Die Entstehung des CARE CLUB
1. Die Idee: Irgendwas mit Menschen
Als wir, das sind Lukas und Valerie, uns trafen, war Lukas Kindergartenpädagoge und Valerie arbeitete als Sozialarbeiterin mit Menschen mit Behinderung. Da wir als Paar ziemlich gut funktionierten, lag der Gedanke nahe, irgendwann einmal etwas Gemeinsames zu starten, am Besten „irgendwas mit Menschen“.
Dass diese Idee zehn Jahre später zum CARE CLUB führen würde, wussten wir noch nicht. Klar war aber, dass wir beide in unseren Jobs nicht angekommen waren. Lukas wurde also Logopäde, Valerie vertschüsste sich ein paar Jahre ins Marketing und bog dann Richtung Supervision & Coaching ab. Und regelmäßig fragten wir uns, was dieses Gemeinsame einmal sein würde.
2. Die Überraschung: Unser Sohn mit Down-Syndrom
Als wir während Valeries Schwangerschaft erfuhren, dass unser Sohn Emil mit dem Down-Syndrom zur Welt kommen würde, zog uns das den Boden unter den Füßen weg. Ehrlicherweise wussten wir nicht, wieso – schließlich kannten wir niemanden mit Down-Syndrom, es gab auch keine negativen Erfahrungen mit Menschen mit Behinderung. Im Lauf der Zeit wurde uns klar, wie behindertenfeindlich geprägt unsere eigenen Gedanken und Gefühle waren. Die fehlenden Informationen und das Unwissen waren unser größtes Problem. Nach Wochen der Online-Recherche und Gesprächen mit betroffenen Familien fiel uns das Atmen wieder leichter. Aus vorgeburtlicher Panik wurde Vertrauen und Vorfreude.
Nach Emils Geburt wurden wir abermals vor Herausforderungen gestellt:
- Wo beantragt man welche Geldleistung bis wann?
- Welche Therapien würden Emil in seiner Entwicklung unterstützen?
- Wieviel Therapie ist überhaupt gut für ihn?
- Wie ist das mit Versicherungen, oder mit Emils Ernährung?
- Dem Kindergarten?
- Und: Wer ist eigentlich dafür da, uns als Eltern eines Kindes mit Behinderung zu stärken?
Wieder erlebten wir an unserem Sohn, wie verwirrend die Informationslage für Eltern eines Kindes mit Behinderung in Wien und Umgebung ist. Lange Wartezeiten, fehlende Ressourcen und unzureichende Informationen prägten unseren Alltag. Diese Erfahrungen machten uns die riesigen Lücken im System deutlich; wir verspürten den Wunsch, etwas zu verändern und für andere zu erleichtern. Aus „Irgendwas mit Menschen“ wurde eine konkrete Vorstellung.
Was für den CARE CLUB nötig war?
Ein Konzept, Vertrauen, Zuversicht und viel Liebe.
3. Die Vision: Ein Ort für Information, Therapie & Vernetzung
Was es brauchte, war ein Ort, der weit über die herkömmlichen Angebote wie Logopädie oder allgemeine Elternberatung hinausgeht.
Unser Projekt sollte zusätzlich zu neurotypischen, nichtbehinderten Kindern und Erwachsenen auch Familien mit Kindern mit Behinderung miteinbeziehen.
Beratung, Coaching und Begleitung von Eltern, die ein Kind mit Behinderung haben oder erwarten, war (ist) in Wien noch nicht gut etabliert, mit langen Wartezeiten verbunden und in einem undurchsichtigen System verwoben. Es war längst an der Zeit für eine private Initiative.
Was dazu nötig war? Ein Konzept, Vertrauen, Zuversicht und viel Liebe. Lukas und seine Kollegin Esther gaben ihre logopädische Praxis auf, Valerie kratzte ihren Mut zusammen, und gemeinsam brainstormten wir und suchten einen passenden Standort. Und dann ging alles ziemlich schnell.
4. Die Praxis: CARE CLUB Wien
Mitten im wunderschönen 8. Bezirk in Wien hatten wir die idealen Räumlichkeiten gefunden, die perfekt zu unserer Vision passten: Viel Raum und Licht, gut erreichbar und halbwegs barrierefrei (diese Altbauten in Wien sind wirklich eine Herausforderung!). Valerie machte es sich zur Aufgabe, die Praxis so zu gestalten, dass man die Intention der Gründer*innen spüren konnte. Alles sollte bunt, gemütlich, einladend und, ja, einfach richtig schön werden. Eben so, wie das Leben mit Behinderung und Neurodiversität sein kann, wenn man die richtige Unterstützung hat.
Wir wollten mehr als nur eine Praxis. Also haben wir einen Ort geschaffen, an dem neben zusätzlich zur üblichen Beratung und Behandlung Menschen mit Behinderungen und ihre Angehörigen alle wichtigen Informationen und Unterstützung erhalten, die sie brauchen.
Unser Angebot besteht aus:
- Logopädie
- Psychotherapie
- Psychosozialer Beratung
- Kunsttherapie
- Supervision & Coaching
- Training für Legasthenie und Lese- Rechtschreibschwäche
Mittlerweile sind wir rund ein Dutzend Therapeut*innen und Berater*innen. Das kann sich sehen lassen, finden wir!
5. Die CARE CLUB Academy
Man könnte ja meinen, dass das schon genug wär. Nöööö! Zwar ist es wichtig und gut, Familien und Einzelpersonen bei diversen Challenges zu unterstützen, doch bringt das wenig, wenn die restliche Versorgungslandschaft wenig bis nichts über Behinderung, psychische Probleme, Neurodiversitäten und Entwicklungsverzögerungen weiß. Also müssen Workshops her, und zwar für Therapeut*innen, Pädagog*innen und weiteres Fachpersonal. Denn ohne Bildung keine Aufklärung, ohne Aufklärung keine Inklusion. Und ohne Inklusion sind wir erst da, wo wir vor 15 Jahren schon waren. (Kleiner Side-Fact: Österreich hat bei der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonversion miserabel abgeschnitten. Nachzulesen beispielsweise in dieser Presseaussendung der Lebenshilfe vom Oktober 2023).
Also entwickelten wir ein Workshop-Konzept, holten großartige Referent*innen (auch aus anderen Ländern!) an Board und können euch nun dieses wunderbare CARE CLUB Academy Programm präsentieren!
6. Die Mission: Inhale the love. Exhale the bullsh*t.
Was wir NICHT wollen: Das Leben mit Behinderung romantisieren. Der Alltag ist anders, oft schwieriger, die Psyche aller Beteiligten kann an ihre Grenzen geraten. ABER: Die Stärkung durch Information und Unterstützung ist aus unserer Sicht das wichtigste Tool, um Herausforderungen und ableistischen Bullsh*t psychisch aushalten und schließlich überwinden zu können. Viel ist möglich, wenn man weiß, wie. Und genau das wollen wir durch Therapie, Information, Vernetzung, Zusammenhalt und Liebe erreichen.
7. Die Zukunft: Der CARE CLUB als Verein
Unsere Leistungen sind privat zu bezahlen, denn die Österreichischen Kassen decken nur einen Bruchteil unseres Angebots ab. Während bei Logopädie mehr als die Hälfte übernommen wird, werden Beratungstätigkeiten zu 0 % gefördert. Um so viele Menschen wie möglich zu unterstützen, planen wir für 2025 die Gründung eines Vereins, um Fördergelder der Stadt Wien zu beantragen und in Zukunft auch wirtschaftlich benachteiligten Familien unsere Angebote zugänglich zu machen. Wenn du dich für unseren Verein einsetzen möchtest, melde dich gern! So ein Vereinsvorstand braucht einige motivierte Köpfe.
8. Was du tun kannst
Wenn du unsere Vision unterstützen möchtest, helfen uns folgende Punkte im Moment am allermeisten:
- SPREAD THE WORD! Menschen müssen nicht alleine jede Hürde meistern, sie dürfen Unterstützung annehmen – nur müssen sie eben von dieser Unterstützung wissen. Deswegen bitten wir dich um deinen Support, indem du anderen vom CARE CLUB und unseren Angeboten erzählst.
- Falls du das nicht sowieso schon tust, folg uns auf Instagram!
- Abonniere unseren Newsletter. Das kannst du auf unserer Startseite ganz unten tun.
- Last but not least: Inhale the love. Exhale the bullsh*t.





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